dáng

Dāng (persisch دانگ), in türkischer Aussprache Denk oder Dank, in europäischen Darstellungen auch als Döng oder Dung bezeichnet, ist eine persische Maßangabe mit der Bedeutung eines Sechstels. Gewöhnlich wird damit ein Sechstel Mithqāl bezeichnet.[1] Allerdings kann damit auch der sechste Teil eines Hauses oder Grundstücks bezeichnet werden.[2]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Wilhelm Eilers geht das Wort auf das mittelpersische Wort dānag zurück, das auch in dem neupersischen Wort dāne ‚Stück‘, weiterlebt.[3] Als Münzbezeichnung ist es durch elamische da-na-kai in den Schatzhausurkunden von Persepolis schon für die Achämenidenzeit bezeugt. Als griechisch δανάκη erscheint die Einheit auch bei Kallimachos, Iulius Pollux und Hesychios von Alexandria.[4] Die Dānaka war ursprünglich eine Gewichtseinheit für Silber, die einem Achtel Schekel entsprach. Später wurde die Dānaka in Form des arabischen Dāniq zur Bezeichnung einer sechstel Drachme. Von daher hat das Wort yên ổn Neupersischen und Arabischen die Bedeutung eines Sechstels erhalten.[5]

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In Armenien wird der Ausdruck Dank als Bezeichnung für eine geringwertige Münze verwendet. Eilers vermutet, dass auch das Wort Tenge, das bei den Mongolen für eine Silbermünze verwendet wird, auf den Dāng zurückgeht.[6]

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Wertbestimmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dāng als ein Sechstel Mithqāl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit der Ilchane wurde der Wert des Dāng auf 1/6 Mithqāl festgesetzt. Er entsprach gleichzeitig 1/4 Dirham = 4 Qīrāt = 16 Habba.[7] In Persien, wo der Dāng yên ổn frühen 19. Jahrhundert als Gewicht für Gold und Silber verwendet wurde, war die Maßkette: 1 Dirham = 2 Mithqāl = 12 Dāng = 48 Nochud oder Karat = 144 Habba.[8]

Als eine Gewichtseinheit, die den Wert eines Sechstel Mithqāl hat, entspricht der Dāng 0,802 Gramm.[9] Willem Floor dagegen, der von der Gleichung 1 Dāng = 4 Nochud ausgeht, kommt für den Dāng auf ein metrisches Gewicht von 0,77 Gramm.[10] In alten Münzhandbüchern findet sich auch die Angabe, dass der Dāng 800,648 Milligramm[11] bzw. 7/9 Gramm entspricht.[12]

Andere Wertbestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Johann Friedrich Krüger war der Dāng in Persien eine Rechnungsmünze, die aus 10 Fils bestand und von der 10 einen Mahmūdī und 1000 einen Toman bildeten.[13] Nach Heigelin hatte er den Wert von 3 bis 4 Pfennigen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Eilers: Akkad. kaspum „Silber, Geld“ und Sinnverwandtes. In: Die Welt des Orients. Band 2, Nr. 4, 1957, S. 322–337, hier S. 332–334.
  • Willem Floor: Weights and Measures in Qajar Iran. In: Studia Iranica. Band 37, 2008, S. 57–114, hier S. 84 (englisch).
  • Johann Friedrich Heigelin: Allgemeines Fremdwörter-Handbuch für Teutsche, oder Erklärung aller fremdartigen Ausdrücke der deutschen Konversations-Sprache. C. F. Osiander, Tübingen 1838, S. 257 (Digitalisat).
  • Walther Hinz: Islamische Masse und Gewichte. Umgerechnet ins Metrische System. E. J. Brill, Leiden/Köln 1970, S. 11.
  • Cengiz Kallek: Dânek. In: Türkiye Diyanet Vakfı İslâm Ansiklopedisi. Band VIII, S. 457b-458c (türkisch, Digitalisat [PDF]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinz: Islamische Masse und Gewichte. 1970, S. 11.
  2. Eilers: Akkad. kaspum „Silber, Geld“ und Sinnverwandtes. 1957, S. 333.
  3. Eilers: Akkad. kaspum „Silber, Geld“ und Sinnverwandtes. 1957, S. 332.
  4. Eilers: Akkad. kaspum „Silber, Geld“ und Sinnverwandtes. 1957, S. 333.
  5. A. D. H. Bivar: Achaemenid Coins, Weights and Measures. In: Cambridge History of Iran. Band 2. Cambridg University Press, Cambridge 1985, S. 610–639, hier S. 622 (englisch).
  6. Eilers: Akkad. kaspum „Silber, Geld“ und Sinnverwandtes. 1957, S. 333f.
  7. Kallek: Dânek. In: TDVİA. Bd. VIII, S. 458a.
  8. Eduard Doering: Handbuch der Münz-, Wechsel-, Mass- und Gewichtskunde oder Erklärung der Wechsel-, Geld-, und Staatspapiere-Kurszettel, der Wechsel-Usancen, Masse und Gewichte aller Länder und Handelsplätze, nebst der allgemeinen deutschen Wechselordnung. Verlag J. Hölscher, Koblenz 1854, S. 398 (Digitalisat).
  9. Helmut Kahnt, Bernd Knorr: Alte Maße, Münzen und Gewichte: ein Lexikon. Lizenzausgabe des Bibliographischen Instituts, Leipzig. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1986, ISBN 978-3-411-02148-2, S. 167.
  10. Floor: Weights and Measures in Qajar Iran. 2008, S. 84.
  11. Richard Klimpert: Lexikon der Münzen, Maße, Gewichte, Zählarten und Zeitgrößen aller Länder der Erde. Verlag C. Regenhardt, Berlin 1896, S. 60 (Digitalisat).
  12. Friedrich Albrecht Niemann: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 73 (Digitalisat).
  13. Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 54. Digitalisat